“Bring Me Some Water” – Mit Melissa in der Sauna

Bei ihrem ersten Konzert in Deutschland nach mehrjähriger Pause heizte Melissa Etheridge ihrem begeisterten Publikum mächtig ein. In Kombination mit sommerlich-heißen Temperaturen wurde das Konzert im Berliner Astra-Kulturhaus schnell zu einer schweißtreibenden Angelegenheit.

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Sie ist wieder da: Melissa Etheridge in Berlin

„Schön hier mit euch in der Sauna.“

Irgendwann reichten schließlich auch Melissa Etheridges Jackenärmel nicht mehr und es musste ein Handtuch her, damit sich die Musikerin den Schweiß abtrocknen konnte. Sie nahm es mit Humor. „Ich freue mich, hier zu sein – während der einen Woche Sommer, die ihr habt“, scherzte sie.

Auch den über 1.000 Fans im ausverkauften Astra-Kulturhaus in Berlin war die Hitze egal. Begeistert gingen sie bei jedem Song mit, klatschten, sangen, johlten und tanzten zu aktuellen Stücken von Melissas neuem Album „Fearless Love“ ebenso wie zu Klassikern wie „Similar Features“, „Brave & Crazy“ und dem sehnsuchtsvollen „I Want to Come Over“ – klatschnass, aber glücklich, denn endlich hatten sie „ihre“ Melissa wieder.

Im Sommer 2004 hatte die Rockerin aus Kansas im Rahmen ihrer „Lucky Live“-Tournee zuletzt Konzerte in Deutschland gegeben, eine viel zu lange Pause, wie sie auch selbst bekundete. „I missed you, I missed you so much,“ rief sie immer wieder und versprach, dass diesem Auftritt in Berlin bald weitere folgen würden. Die Konzerte in London, Amsterdam und Berlin seien nur eine „Hello Again“-Tour, mit der sie sich bei ihren europäischen Fans zurückmelden wolle.

Und das tat sie eindrucksvoll und rockte mit ihrer vierköpfigen Band fast zweieinhalb Stunden lang, was das Zeug hielt. Dass die lange Pause nicht ganz freiwillig gewesen und in dieser Zeit in ihrem Leben viel passiert sei, ließ sie dabei nicht unerwähnt. So sprach sie über ihre Krebserkrankung – im Herbst 2004 wurde bei ihr Brustkrebs diagnostiziert, sie wurde operiert und musste sich mehrerer Chemotherapien unterziehen – und darüber, wie die Krankheit sie geprägt habe. Insbesondere habe sie gelernt, dass nur sie selbst für ihr eigenes Glück verantwortlich sei. Dazu passend spielte sie die Lieder „Drag Me Away“ und „Heaven on Earth“, beide ebenfalls von ihrer aktuellen CD „Fearless Love“.

Die Erkenntnis, dass die Frau noch vor wenigen Jahren schwer krank war, machte ihre Energieleistung an diesem Abend umso beeindruckender. Die 49-jährige wirkte nicht nur ebenso fit, sondern fast noch fitter als kurz vor ihrer Krankheit, und hatte auf der Bühne ganz offensichtlich Spaß. Wie gewohnt flirtete, scherzte, interagierte sie mit dem Publikum, das sie ein ums andere Mal mit seiner Begeisterung zu überraschen schien, und riss auch ihre Musiker mit. Zwischendurch erbarmte sie sich der schwitzenden Menge und leerte einige Wasserflaschen über ihnen aus – “Bring Me Some Water” einmal anders.

Den Abschluss des Konzerts bildeten dann schließlich eben jener Song und – wie fast bei jedem Konzert – “Like The Way I Do”. Die Zugabe nutzte sie – ebenfalls wie meistens -, um ihren Fans noch eine Botschaft mitzugeben: Dass sie alles erreichen könnten, was sie wollen – “We are the ones, the ones that we’re waiting for.”

Die meisten werden an diesem Abend allerdings etwas anderes gedacht: Dass Melissa diejenige ist, auf die wir alle gewartet haben.

Songs (unsortiert und ohne Garantie auf Vollständigkeit):

Fearless Love +++ Miss California +++ Similar Features +++ Chrome Plated Heart +++ If I Wanted To +++ I Want To Come Over +++ The Wanting of You +++ To Be Loved +++ Brave & Crazy +++ Company +++ Nervous +++ Drag Me Away +++ Heaven On Earth +++ Indiana +++ Testify +++ The Heart of  a Woman +++ Bring Me Some Water +++ Like The Way I Do +++ We Are The Ones

Videos vom Auftritt gibt’ unter anderem bei YouTube.

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