Film- und TV-Tipps: Mehr als nur “Vier Minuten”

Das deutsche Fernsehprogramm hat in den nächsten Wochen einiges zu bieten, u.a. Filme mit Ulrike Folkerts und Jodie Foster, Vier Minuten, Flash Forward, SGU, und endlich aktuelle Folgen von Grey’s Anatomy.

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Hannah Herzsprung (links) und Monica Bleibtreu in “Vier Minuten”

Wer bei dem aktuellen Schmuddel-Wetter derzeit lieber keinen Fuß vor die Tür setzen möchte, dem bietet das Fernsehprogramm der nächsten Wochen tatsächlich mal genug Ausreden, um daheim im kuscheligen Wohnzimmer zu bleiben:

Ich bin eine Insel (Di, 16.3., 20.15 Uhr, 3Sat)

Ulrike Folkerts spielt die Lehrerin Thea Winkler, die nach dem tragischen Tod eines Schülers ihren Beruf aufgibt und statt dessen einen Kiosk betreibt. Ihre Ehe ist zerbrochen, und Thea isoliert sich von ihrer Umwelt und beschränkt den Umgang mit anderen Menschen auf das Nötigste. Doch dann lernt sie die zehnjährige Rosa kennen. Das pummelige Mädchen sucht Theas Freundschaft, und widerwillig lässt sich Thea auf die Rolle als Rosas Freundin und Unterstützerin ein…

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Rosa (Tülin Karaca) holt Thea (Ulrike Folkerts) aus ihrer selbstgewählten Isolation
(Bild: SWR/Krause-Burberg)

Lange hat sie sich gewünscht, auch andere Rollen als die der Lena Odenthal spielen zu dürfen, kein Wunder also, dass Ulrike Folkerts in der Rolle der Thea ihr ganzes schauspielerisches Talent aufbietet. Nicht nur für “UFo”-Fans sehenswert.

Raus aus Amal (Mi., 17.3., 20.15 Uhr, Tele 5)

Teenager Agnes ist erst vor kurzem mit ihrer Familie in die Kleinstadt Amal gezogen. Die 16-jährige hat kaum Freunde und fühlt sich einsam, ein Gefühl, das noch dadurch verstärkt wird, dass Agnes heimlich in ihre Mitschülerin Elin verliebt ist. Die beliebte Elin scheint unerreichbar für Agnes, bis sie jedoch eines Tages auf Agnes Geburtstagsfeier auftaucht. Die beiden Mädchen freunden sich an, und auch Elin entwickelt nach und nach Gefühle für Agnes…

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Agnes (Rebecka Liljeberg, links) liebt Elin (Alexandra Dahlström)

Einer DER lesbischen Kultfilme. Wer ihn noch nicht kennt, sollte sich diese Chance nicht entgehen lassen.

Die Fremde in dir (So., 21.3., 22.05 Uhr, Pro7)

Jodie Foster spielt Erica, eine Radiomoderatorin, die bei einem brutalen Überfall ihren Verlobten verliert. Erica überlebt schwer verletzt, findet sich jedoch danach nicht mehr in ihrem Leben zurecht. Zum Schutz kauft sie sich eine Waffe, die auch tatsächlich zum Einsatz kommt, als Erica Zeugin eines Überfalls wird. Sie erschießt den Täter, und obwohl es Notwehr war, löst der Vorfall in Erica etwas aus. Sie beginnt, das Recht in die eigene Hand zu nehmen, und tötet kurz hintereinander mehrere Gewalttäter. Dann macht sie sich auf die Suche nach dem Mörder ihres Verlobten, doch der Polizist Mercer (Terrence Howard) ist ihr bereits auf der Spur…

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Mercer (Terrence Howard) bezieht Erica (Jodie Foster) in seine Ermittlungen ein
(Bild: Warner Bros.)

Ein beklemmender Film, der insbesondere von den beiden hervorragenden Hauptdarstellern getragen wird: Jodie Foster als Opfer, die zur Täterin wird, und Terrence Howard als Polizist, der nicht nur versucht, den “Racheengel” zu fangen, sondern auch, die Motive für ihre Taten zu verstehen.

Vier Minuten (Do. 25.3., 20.15 Uhr, ARTE)

Die Geschichte zweier ungleicher Frauen: Im Frauengefängnis trifft Klavierlehrerin Traude auf die wegen Mordes verurteilte Jenny. Die junge Frau, die einst als musikalisches Wunderkind galt, ist störrisch, unberechenbar und gewalttätig. Trotzdem entschließt sich Traude, Jenny als Schülerin anzunehmen und sie auf die Teilnahme an einem Klavierwettbewerb vorzubereiten. Dabei handelt die verbitterte alte Frau weniger im Interesse ihrer Schülerin als vielmehr aus Eigennutz, denn sie hofft, dass sie durch Jenny endlich mit ihrer eigenen Vergangenheit Frieden schließen kann…

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Trockenübungen: Jenny (Hannah Herzsprung, links) und Traude (Monica Bleibtreu)

Ein großartiger Film, der vor allem von den beiden Hauptdarstellerinnen lebt. Monica Bleibtreu und Hannah Herzsprung spielen intensiv und kraftvoll, sie machen es dem Zuschauer nicht leicht, Sympathie für die Figuren zu entwickeln, und geben erst nach und nach die Verletzlichkeit und den tiefen Schmerz preis, den sowohl Traude als auch Jenny in sich tragen. Zu Recht wurden beide für ihre Leistung mit vielen Preisen ausgezeichnet, u.a. gewann Monica Bleibtreu den Deutschen Filmpreis 2007.

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1 Comment

  1. Danke für den Tipp mit 4 Minuten. Den Film hätte ich sonst sehr wahrscheinlich übersehen.

    Und Jodie Foster… harr ;)

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