Willkommen in “Venice”

In “Venice” spielen Crystal Chappell und Jessica Leccia alias “Otalia” erneut ein lesbisches Paar. Dennoch ist die Serie nicht nur für “Otalia”-Fans sehenswert.

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Schon die erste Folge beginnt dort, wohin andere Serien, insbesondere Fernsehserien, sich meistens nur sehr zögerlich trauen – im Schlafzimmer. Auf dem Fußboden verstreute Kleidungsstücke – ein BH, weitere Dessous, Jeans, Blusen und ein Paar Stiefel – deuten auf eine leidenschaftliche Nacht hin.

Die Kamera schwenkt höher auf das Bett, in dem sich Natalia und Olivia zärtlich küssen. Nur dass es eben nicht Natalia und Olivia sind, sondern Ani und Gina, und die Szene auch nicht in Springfield spielt, sondern in Venice Beach.

Und tatsächlich ist der Zuschauer gut beraten, dies auseinander zu halten, denn hier geht es eben gerade nicht um Natalia Rivera und Olivia Spencer, auch wenn es sich um dieselben Schauspielerinnen handelt. Außer den Darstellerinnen verbindet das Paar im Bett nämlich nicht viel mit dem Lesben-Traumpaar aus der Serie “Guiding Light”.

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Gina Brogno, gespielt von Crystal Chappell (alias “Olivia”), ist die Hauptfigur der brandneuen Webserie “Venice”, deren erste Folge letzte Woche online ging. Laut Beschreibung auf der offiziellen Webseite ist Gina stark, unabhängig, und mit einem sehr trockenen Humor ausgestattet. Trotz beruflichen Erfolgs als Innenarchitektin sehnt sie sich nach der Anerkennung ihres Vaters, der von allen nur der “Colonel” genannt wird.

Mit der Fotografin Ani, gespielt von Jessica Leccia (“Natalia”), verbindet Gina eine leidenschaftliche, aber auch komplizierte sexuelle Beziehung, von der sich Ani mehr erhofft als Gina zu geben bereit ist.

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Und genau dies unterscheidet sie von “Otalia”. Während die Beziehung von “Otalia” romantisch, aber – sehr zum Missfallen der Fans – nicht sehr körperlich war, ist die Beziehung von Ani und Gina zwar offensichtlich sehr körperlich, jedoch leider nicht sehr romantisch.

Allzu bald wird klar, dass Gina zwar viel für Ani empfindet, aber sich nicht auf eine Beziehung mit ihr einlassen will oder kann, und dass die Nacht mit Ani für Gina vor allem eines war: Spaß. “I don’t think I can be what you need me to be,” flüstert Gina der enttäuschten Ani zu, doch deren Enttäuschung währt nicht lang und hält Ani schon gar nicht davon ab, kurz darauf mit Gina unter der Dusche zu verschwinden.

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Die beiden können eben nicht voneinander lassen – eine Tatsache, die Ginas jüngerer Bruder Owen, den die beiden zum Schluss der Folge in einem Café treffen, zunächst mit ein paar warnenden Worten an seine große Schwester, dann jedoch nur noch mit einem resignierten Kopfschütteln kommentiert.

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Gemessen an der Pilotfolge dürfte es insbesondere die Beziehung zwischen Gina und Ani sein, die in der ersten, insgesamt zwölf Folgen umfassenden Staffel von “Venice” im Mittelpunkt steht. Und gerade weil sie sich eben doch von “Otalia” unterscheiden, ist diese Serie nicht nur etwas für “Otalia”-Fans.

Wer es nicht glauben mag, der sollte sich die kurze Zeit nehmen, die die erste Folge dauert – etwas über sechs Minuten, um genau zu sein -, und sich selbst ein Bild machen. Denn nicht nur das Strand-Panorama von Venice Beach, die großartige Musik mit Liedern von Kat Parsons und Jen Foster oder die sexy Anfangsszene machen die Premiere von “Venice” absolut sehenswert. Auch die Handlung und die Charaktere sind vielversprechend und machen Lust auf mehr.

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Genau an dieser Stelle dürfte allerdings für so manchen potentiellen Zuschauer der Wermutstropfen kommen, denn wer tatsächlich mehr sehen will, der muss dafür bezahlen.

Während die erste Folge frei im Internet verfügbar ist, sind  die weiteren Folgen der ersten Staffel nur gegen eine Abo-Gebühr von 9,99 USD abrufbar. Die Produzentinnen – neben Hauptdarstellerin Crystal Chappell Autorin Kim Turrisi und Autorin und Regisseurin Hope Royaltey – begründen diese Entscheidung auf Facebook damit, dass die Einnahmen für die Produktion der zweiten Staffel der Serie benötigt werden.

Bleibt zu hoffen, dass sich auch in einer Zeit, in der (noch) fast alles kostenlos im Internet verfügbar ist, dennoch genug Abonnenten finden, um dieses Projekt zu unterstützen. An den zahlreichen “Otalia”-Fans dürfte es nicht liegen, sollte das nicht gelingen, denn die werden der Serie sicherlich dennoch die Treue halten.

Auch wenn sie wahrscheinlich die meiste Zeit heimlich darauf hoffen werden, dass es für Gina und Ani am Ende doch ein Happy End gibt.

Die erste Folge, das Abonennement für die gesamte erste Staffel sowie weitere Informationen gibt es auf der offiziellen Webseite www.venicetheseries.com, einen Teaser für die restlichen Folgen kann man sich seit Freitag auf YouTube ansehen. Seit einigen Wochen ist zudem eine deutsche Fanseite online, unter venicegermany.jimdo.com gibt es Infos von und über das Venice Team Germany.

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2 Comments

  1. Gut geschrieben!!! Ich freue mich auf die nachste Folge :) Gooooooooo Venice!

  2. Oh, und ich wolte auch sagen dass sie jetzt genug geld haben um series 2 zu machen. Yaaaaay!

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