Erneuter Torregen für die deutschen Fußballerinnen

Die deutschen Fußballfrauen haben sich bei der Europameisterschaft in Finnland mit einem 5:1-Sieg über Frankreich vorzeitig für das Viertelfinale qualifiziert, und diesmal mit dem Toreschießen auch nicht ganz so lange gewartet.

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Machte ihr zweites Elfmeter-Tor – Linda Bresonik

Na also, es geht doch!

So oder ähnlich werden nicht nur die Fans, sondern auch die Trainerinnen der deutschen Frauenfußballnationalmannschaft gedacht haben, als am Donnerstag im Spiel gegen Frankreich das 1:0 fiel. Hatten sich die deutschen Fußball-Damen beim Auftaktspiel gegen Norwegen am Montag noch bis zur 33. Minute Zeit gelassen mit dem ersten Treffer und davor so manche Chance vergeben, mussten die Zuschauer diesmal nur bis zur 9. Minute warten. Nach einem Zuspiel von Inka Grings stürmte Birgit Prinz in den französischen Strafraum, zog die Aufmerksamkeit der französischen Abwehr auf sich und passte dann vor das Tor, wo Grings inzwischen wartete und nur noch einköpfen musste.

Kurios dann das 2:0, das in der 17. Minute fiel. Nachdem die Französinnen einen Eckstoß von Behringer abwehren konnten, ersprintete sich Annike Krahn den Ball und schlug ihn aus 25 Metern Entfernung zurück in Richtung französisches Tor. Der Ball flog und flog und flog, über die französische Abwehr und die zu weit herausgerückte Torfrau hinweg passgenau unter der Latte hindurch ins gegnerische Netz – ein Tor wie aus dem Bilderbuch, oder doch zumindest für die Auswahl zum Tor des Monats.

Von den Französinnen war bis dahin außer Härte bei der Verteidigung noch nicht viel zu sehen gewesen, und sie zeigten auch danach wenig, was ihren Status als Titelanwärterinnen hätte belegen können. Zu offensiv spielte die deutsche Mannschaft nach vorn, ließ ihren Gegnerinnen kaum eine Chance, mal aus der eigenen Hälfte herauszukommen. Einzig die schnelle Angreiferin Elodie Thomis sorgte einige Male für Gefahr vor dem deutschen Tor, unter anderem, als sie einen flachen Schuss nur knapp am Pfosten vorbei setzte. Ansonsten dominierten die deutschen Frauen die erste Halbzeit und krönten sie in der Nachspielzeit sogar mit dem 3:0, einem Freistoßtreffer von Melanie Behringer.

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Inka Grings und Melanie Behringer bejubeln das 3:0

Auch die zweite Halbzeit begann für die deutsche Mannschaft gut. Einen Freistoß von Linda Bresonik wehrte die Französin Bompastor im Strafraum mit der Hand ab, den fälligen Strafstoß verwandelte Bresonik zum 4:0.

Mit solch einem komfortablen Vorsprung war dann auch der Gegentreffer der Französinnen in der 51. Minute zu verkraften. Die ansonsten sicher spielende Ariane Hingst verlor nach einem Ballverlust Bresoniks im Mittelfeld für einen Moment den Überblick und konnte die in ihrem Rücken aufgetauchte Gaetane Thivey nicht mehr aufhalten, gegen deren Schuss ins Eck dann auch Nadine Angerer machtlos war.

Im weiteren Verlauf der zweiten Halbzeit schaltete die deutsche Mannschaft etwas zurück und ließ dadurch die Französinnen immer besser ins Spiel kommen. Die konnten jedoch keine ihrer nun vermehrt herausgespielten Chancen nutzen. Dafür waren in der Nachspielzeit die Deutschen noch einmal dran. Eine Hereingabe von Birgit Prinz landete vor den Füßen von Simone Laudehr, die nach ihrer im letzten Testspiel vor der EM gegen Russland zugezogenen Innenbandverletzung in der zweiten Halbzeit erstmals wieder zum Einsatz kam und den Ball abgebrüht an zwei französischen Abwehrspielerinnen vorbei ins Tor drosch.

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Konnten sich beide in die Torschützenliste eintragen: Linda Bresonik (links) und Inka Grings

Durch den zweiten Sieg im zweiten Spiel und 6:0 Punkte ist die deutsche Mannschaft sicher im Viertelfinale, und auch der Gruppensieg dürfte ihr aufgrund des Torverhältnisses von 9:1 kaum noch zu nehmen sein. Am Sonntag gegen Island, die am Donnerstag Norwegen mit 0:1 unterlagen, können Birgit Prinz & Co. also ganz locker aufspielen, und vielleicht beglückt Silvia Neid ja auch die ein oder andere Reservespielerin mit einem Einsatz.

Ebenfalls bereits für das Viertelfinale qualifiziert sind die Schwedinnen, die am Freitag die Italienerinnen mit 2:0 schlagen konnte. Im zweiten Spiel des Tages in der Gruppe C bezwang England Russland mit 3:2 und bewahrte sich trotz der Auftaktniederlage gegen Italien die Chance auf den Einzug in die Runde der letzten Acht.

Aktuelle News und Infos zur Europameisterschaft gibt es auf der Webseite des DFB sowie unter uefa.com.

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