Vorsicht, Paparazzi: Miriam Meckel schießt zurück
Vielen ist sie “nur” als Freundin von Anne Will bekannt, dabei hatte sich Miriam Meckel schon vor ihrer Beziehung mit der Sonntags-Talkerin der Nation einen Namen gemacht: als Journalistin, jüngste Professorin Deutschlands, Staatssekretärin und Regierungssprecherin von Nordrhein-Westfalen. Auf ihrer eigenen Webseite bloggt die geschäftsführende Direktorin am Institut für Medien- und Kommunikationsmanagement der Universität St. Gallen regelmäßig und lässt interessierte Leser und Leserinnen nicht nur an ihren Gedanken zum aktuellen Weltgeschehen wie der globalen Finanz(markt)krise oder der Medienberichterstattung zum Tod von Michael Jackson teilhaben, sondern auch an Beobachtungen des täglichen Lebens.

Für das Süddeutsche Zeitung Magazin hat sie sich nun mit dem Fotografieren und Fotografiertwerden beschäftigt sowie mit der “Promi-Plage” Paparazzi. Unter dem Titel “Objektiv betrachtet” berichtet sie in Wort und Bild auf amüsante Weise darüber, wie es ist, vor einem Heer von Fotografen über einen roten Teppich zu schreiten:
Dafür gibt es Regeln, bei deren Einhaltung und Umsetzung meine Freundin besser ist als ich. Es sind einfache Regeln der Selbstdarstellung, aber sie strengen mich dennoch an: Kopf hoch, Kinn gerade, Bauch einziehen, Schultern zurück (dabei darauf achten, dass die BH-Träger, sofern es überhaupt welche gibt, nicht abhanden kommen) und lächeln. Immer lächeln. Aber nicht so lächeln, dass es nach immer lächeln aussieht. Nicht einfrieren im Gesicht. Dem lässt sich bei normalen Fototerminen dadurch gegensteuern, dass man immer mal mit den Lippen das Geräusch eines niedertourigen Traktors nachahmt. Auf dem roten Teppich ist das nicht zu empfehlen. Deshalb sind diese Minuten so anstrengend. Weil sie in ihrer äußersten Unnatürlichkeit so äußerst natürlich wirken sollen. …
Sich als Paar zu koordinieren ist Stress. Wir beginnen rechts an der Reihe der Fotografen und wandern dann langsam mit den Augen nach links. Das Ganze immer wieder von vorne, sich Meter für Meter auf dem roten Teppich vorarbeitend. Nicht zu schnell, das ist unhöflich den Fotografen gegenüber. Nicht zu langsam, dann verreckt man auf der Strecke. Und bloß nie, aber auch wirklich nie zurückgehen! Wer zurückgeht, hat verloren.
Gerade letzteres dürfte etwas sein, über das sich die wenigsten Gala- und Bunte-Leser/innen Gedanken machen: wie blöd so ein Bild aussieht, wenn ein Paar so ganz und gar nicht harmonisch-koordiniert in unterschiedliche Richtungen schaut.
Den Stress auf dem roten Teppich beschreibt Frau Meckel jedoch als “vergleichsweise harmlos”, jedenfalls im Vergleich zum “Abgeschossenwerden” durch Paparazzi, die heute dank moderner Technik überall lauern können, selbst beim Einkaufen:
Es gab Zeiten, da waren selbst Paparazzi professionelle Fotografen. Heute kann jeder zum Paparazzo werden, der ein Handy hat. Und so stellen sich schon mal Normalbürger im Supermarkt vor einem auf, um ein Paar beim Einkaufen abzuschießen. 500 Euro bezahlt Bild für die Bundeskanzlerin bei Edeka oder einen pinkelnden Fußballpromi.
Da gibt es nur eines: Zurückschießen. Und genau das tut Miriam Meckel. Bereits Ende 2007 postete sie im Bildblog das Video eines Paparazzi auf der Flucht vor ihrer Kamera, und auch im Süddeutsche Zeitung Magazin beschreibt sie, wie sie den Damen und Herren Fotografen einen Spiegel bzw. vielmehr ihr iPhone vorhält und sie so mit ihren eigenen Waffen schlägt.
Merke: Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keiner Prominenten zu. Oder zumindest nicht Miriam Meckel.
Tags: Anne Will, Miriam Meckel
Tweet


Ich kann mir vorstellen, dass das unheimlich schwer ist. Für mich wäre das Beispiel der beiden ein Grund dafür mich nicht zu outen, wenn ich in der Öffentlichkeit stehen würde.